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Schwimmen in Freigewässern

DLRG Pfungstadt appelliert an Vernunft

Nach mehreren Bade-Unglücken im Rhein in der näheren Umgebung rät die DLRG Pfungstadt nochmals dringend vom Baden in dem Fließgewässer ab. Sie weist außerdem darauf hin, dass auch an vielen Binnen-Seen, die als Badesee deklariert sind, keine Aufsicht gestellt wird. Der Appell der Lebensretter: Besonnen bleiben - Insbesondere in der Corona-Zeit!

"Gerade durch die Corona-Krise kommen wir hier aktuell in erhebliche Probleme," so Marcus Siesenop als Technischer Leiter der DLRG Pfungstadt und Leiter Einsatz beim DLRG Bezirk Darmstadt-Dieburg: "Viele haben auf Grund der geschlossenen Schwimmbäder im Frühjahr wenig Übung und gehen jetzt in die Freigewässer." Das könne leicht zur Selbstüberschätzung und damit folgenschweren Unfällen führen. Die Corona-Situation drängt auch mehr unerfahrene Schwimmer bei gutem Wetter an die Seen und Flüsse, denn selbst da wo Schwimmbäder geöffnet sind, gibt es starke Einschränkungen.

Dabei nimmt der Rhein als die größte Wasserstraße deutschlands eine besonders problematische Rolle ein: "Schiffs-Verkehr und starke Strömungen machen das selbst für geübte Schwimmer unberechenbar. Kinder sind besonders gefährdet - Da genügt es manchmal schon, wenn sie nur bis zu den Knien im Wasser sind", so Dirk Kopp als Einsatzleiter der Pfungstädter DLRG.

Auch wenn die Pfungstädter Lebensretter ihre Station am Eicher See besetzt haben und im näheren Umfeld auch sehr schnell mit dem Rettungsboot auf dem Rhein sein können, ist es häufig schon zu spät. Dazu kommt, dass die Helfer derzeit auch besondere Schutzmaßnahmen im Rahmen der Pandemie-Eindämmung treffen müssen. "Wir können z.B. nur mit einer geringeren Zahl an Kräften an unserer Station sein, da wir auch beim Transport unserer Rettungsschwimmer Mindestabstände einhalten müssen", so Siesenop.

Alle DLRG-Einheiten von den Ortsgruppen bis zu den Landesverbänden und zum Präsidium der DLRG betreiben inzwischen jährlich massiven Aufwand, um die Bevölkerung zu informieren. "Trotzdem scheinen wir noch nicht durchzudringen", so Pressewart Stefan Hafermehl. Er erzählt auch, dass man gerade einmal 45 Minuten vor dem letzten Einsatz der Pfungstädter DLRG auf dem Rhein die Ortsgruppe noch ein Video bei Instagram-Live gestreamt habe, bei dem vor den Gefahren beim Schwimmen im Freigewässer gewarnt wurde.

Sorge bereiten der DLRG auch die zahlreichen unbewachten Badestellen, die auf Grund vorhandener Wasserkontrollen als Badeseen deklariert sind. "Ein Beispiel im Landkreis ist der Erlensee in Bickenbach", so Hafermehl. Um Unfälle zu vermeiden appelliert die DLRG an die Vernunft der Bevölkerung auch in der aktuellen Situation sich besonnen zu verhalten und trotz der Einschränkungen Schwimmbäder und bewachte Badegewässer aufzusuchen.