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Dachverband: Es geht trotzdem weiter

Keine Bundeszuschüsse für Pfungstadtbad

Foto: DLRG Pfungstadt
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Keine guten Nachrichten erhielt der Dachverband Schwimmen Pfungstadt am 21. März aus der Pfungstädter Stadtverwaltung bzw. aus Berlin: Auf-Grund der 15-fachen Überzeichnung des Investitionsprogramms des Bundes geht Pfungstadt leer aus. Somit kann aktuell nicht mit Bundeszuschüssen für ein neues Bad in Pfungstadt geplant werden. Dabei befindet sich Pfungstadt in guter Gesellschaft, denn nur 57 Projekte von über 1000 Vorschlägen werden überhaupt gefördert. Das Programm des Bundes war auf 140 Millionen Euro begrenzt, wobei über 2 Milliarden von den Kommunen beantragt wurden.

Tropfen auf den heißen Stein

„Die hohe Anzahl an Projektvorschlägen und die Gesamt-Höhe der angeforderten Mittel trotz einer sehr kurzen Ausschreibungsfrist des Bundes zeigen, dass ein enormer Investitionsstau in den Kommunen besteht“, sagt Holger Heisel der DLRG-Vertreter im Dachverband und fügt hinzu: „Die Gesamtsumme an Zuschüssen war hier wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein, gerade wenn man die Schwimmbäder in Deutschland betrachtet“. Der DLRG-Bundesverband hatte in einer selbst durchgeführten Studie Ende 2015 ermittelt, dass 670 Schwimmbäder bundesweit akut von der Schließung bedroht sind und 371 bereits geschlossen wurden. Hintergrund sind häufig hohe anstehende Sanierungs-Kosten sowie der fortlaufend notwendige Zuschuss für die Bäder.

Verband arbeitet weiter intensiv am Thema

Trotz der schlechten Nachrichten wollen der Dachverband und seine Mitgliedsorganisationen weiterkämpfen: „Aufgeben gilt nicht“, sagt Joachim Meyn von der Bürgerinitiative Pfungstadtbad. „Wir werden jetzt noch kreativer werden müssen, um zu sehen, wie wir Einnahmen und Ausgaben in ein vernünftiges Gleichgewicht bringen“, erläutert Thomas Meinhardt von der FTG-Schwimmabteilung. Bernhard Jäger gibt sich ebenfalls optimistisch: „Sehr Schade, aber wir haben inzwischen eine deutschlandweit bekannte Truppe, die schon so viel erreicht hat und deren Konzept bei den Bürgern in Pfungstadt gut angekommen ist. Diesen Rückschlag werden wir verkraften, ich habe ein gutes Bauchgefühl und kann unsere nächste Zusammenkunft im Dachverband schon kaum noch erwarten.“

Finanzierung wird schwieriger

Durch die Entscheidung aus Berlin wird die Finanzierung natürlich schwieriger, denn statt 55% müssen nun fast 100% der Investitionskosten über Kredite finanziert werden. Dies führt zu jährlichen Mehrkosten im Bereich Zinsen und Tilgung von ca. 120.000 Euro. Durch die Finanzierung ohne Bundesmittel würden für die vom Dachverband vorgesehene Genossenschaft zum Bau und Betrieb des Bades immerhin Verwaltungsaufwände entfallen, denn eine Ausschreibung wäre dann nicht mehr nötig. Damit könnten auch mehr einheimische Firmen direkt an dem Projekt beteiligt werden, hofft der Verband. „Das wäre ja auch für Pfungstadt insgesamt gut,“ so Bernhard Jäger weiter. Auch hoffen die Mitglieder des Dachverbands noch einige Ideen zur besseren Finanzierung in die Tat umsetzen zu können. So hatte der Verband bereits bei der ersten Präsentation des Konzepts Pfungstad-Bad 3.0 im November 2015 vorgeschlagen nicht mehr genutzte Flächen des Bestandsbades zu vermarkten bzw. mehr laufende Kosten über Sponsoren-Gelder abzudecken.

Abriss des Bestandes möglicherweise günstiger

Der Dachverband arbeitet aktuell auch daran, dass der Abriss des Bestandsbades günstiger möglich wird, als die von der Stadt Pfungstadt anvisierten 1 bis 1,5 Millionen Euro. „Nach Rücksprache mit einigen Gemeinden, die bereits ein Bad abgerissen haben, haben wir Kontakt zu einem entsprechenden Unternehmen aufgenommen. Wir sind hier guter Dinge, dass es günstiger wird,“ berichtet Klaus Hofmann von der Schwimmschule Swim-Active. Der Dachverband wird daher gemeinsam mit der Stadt Pfungstadt und einem Abriss-Unternehmen eine Begehung durchführen, um einen grobe Preisvorstellung zu erhalten. Dabei wollen die Mitglieder des Dachverbands auch nochmal in Augenschein nehmen, welches Inventar vom Bestandsbad auch in einem neuen Bad noch verwendet werden könnte. „Die Zusammenarbeit hat ja schon einmal – bei der Erstellung des Architektur-Konzepts mit Bäder-Architekt Eckert – gut und günstig funktioniert. Wir hoffen, dass das nochmals gelingt und wir so auch weiter Vertrauen in unsere Arbeit aufbauen und auch nochmal Einsparpotential für den Neubau einbringen können“, so Holger Heisel zur Motivation des Verbandes den Abriss des Bestandes zu unterstützen. Der Dachverband hatte von der Stadtverordneten-Versammlung 10.000 Euro für die Erstellung eines Architekturkonzepts zugesprochen bekommen und dieses Konzept plus eines Bäderleitkonzepts für Pfungstadt schließlich im November 2015 vorgestellt. Dabei konnte der Verband trotz deutlicher Mehrleistungen unterhalb der Kostengrenze bleiben.