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Konzeptpräsentation "Pfungstadtbad 3.0"

Cabrio-Dach im Mittelpunkt

Foto: DLRG Pfungstadt
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Rund 250 Gäste waren zur Präsentation des Dachverbandes Schwimmen und der Stadt Pfungstadt am 29. September in die Sport- und Kulturhalle gekommen. Damit zeigte sich hier ein deutlich größeres öffentliches Interesse als eine Woche zuvor bei der Präsentation der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen in Eschollbrücken. Die Gesellschaft hatte ein Bäderkonzept für einen neuen Standort bei Hahn oder Eschollbrücken gemeinsam mit Gernsheim vorgestellt.

Im Gegensatz hierzu präsentierte der Dachverband Schwimmen ein Konzept am bisherigen Standort des BadeSaunaParks in Pfungstadt. Der Verband hatte auch neben einem allgemeinen Konzept mit Beckengrößen und Wasserflächen einen detaillierten Architektenentwurf vorzuweisen. Dieser konnte über einen Zuschuss von der Stadt Pfungstadt über 10.000 € bei einem renommierten Bäderarchitekten erstellt werden.

Nach der Vorstellung verschiedener Statistiken zum Schwimmen im allgemeinen, zum Einzugsgebiet und -Typ des Bades sowie zu den notwendigen Becken- und Bahnenkapazitäten durch Holger Heisel, kam der interessanteste Teil der Präsentation für die Öffentlichkeit: Die Vorstellung der Architekturstudie.

Architekturstudie zeigt praktische Umsetzung

Bernhard Jäger erläuterte die einzelnen Bereiche des geplanten, neuen Bades, die Integration der vorhandenen Sauna und des dort vorhandenen Küchen- und Gastro-Bereichs. "Der Architekt hat viel versucht, um Teile des Badbestandes zu erhalten. Letztlich war es jedoch bei Betrachtung der Kosten nur möglich die Sauna und deren Gastro-Bereich zu erhalten", sagte Bernhard Jäger vorweg.

Für Schwimm-Sport-Aktivitäten steht nach dem Konzept ein 25-Meter-Becken mit 5 Bahnen zur Verfügung, welches zusätzlich einen speziellen Hub-Boden bekommen soll. Dieser ermöglicht es auch in diesem Becken Kurse, wie z.B. Aqua-Fitness anzubieten. Ein separates Lehrbecken soll für das Schwimmen-Lernen zur Verfügung stehen. Um die Attraktivität des Bades für Familien zu steigern, soll es einen Kinder-Bereich mit Spielelementen geben. "Hier passen praktische Erfahrungen und die statistischen Werte zusammen: Im Einzugsgebiet des Bades gibt es einen hohen Anteil an Familienhaushalten. Gleichzeitig haben wir bereits beim Anbau des Kinderbereichs an den BadeSaunaPark eine spürbare Steigerung der Besucherzahlen registrieren können", erläuterte Holger Heisel die Notwendigkeit eines solchen Bereichs. Bernhard Jäger verwies darauf, dass dieser Bereich in der Architekturstudie auch ideal mit der Gastronomie verzahnt sei. Insgesamt würden damit 400 qm Wasserfläche zur Verfügung stehen.

Auch für die vorhandene Sauna ist ein Umbau vorgesehen: So soll es dort einen größeren Umkleide-Bereich geben. "Dies ist notwendig, da die vorhandenen Sauna-Umkleiden im Bereich des Bestandsbades lagen, welcher abgerissen werden muss. Gleichzeitig gab es immer wieder in den Stoßzeiten Engpässe bei den Spinten und Umkleiden", erläuterte Bernhard Jäger die Problematik. Für die Sauna gibt es ebenfalls bereits Ideen zur Erweiterung in späteren Bauabschnitten: So könnten Badefässer oder Badezuber eine günstige Möglichkeit darstellen, um der Sauna weitere Wasserfläche mit Möglichkeiten zur Abkühlung oder zum Entspannen zu geben.

Um auch ein Freibad bei gleichzeitiger Kostenreduktion zu ermöglichen sieht das Konzept des Dachverbandes ein Schiebedach über dem Bereich des Schwimmerbeckens vor. "Damit passen wir uns jederzeit dem Wetter an und ermöglichen es auch weiterhin die 60.000 Freibadbesucher anzuziehen, die wir bislang in Pfungstadt hatte", so Bernhard Jäger. Er erläuterte auf Nachfrage auch, dass die Schiebedächer heute einen hohen Reife-Grad erlangt hätten, so dass Wartung und Instandhaltung hier auch nur geringe Kosten erzeugen. Der Freibad-Bereich erhält zusätzlich eine Spiel-Bereich mit Wasser-Fontänen. Auch hier ist ein ist in einem zweiten Bauabschnitt eine Erweiterung vorgesehen, die bereits mit dem Bau des Bades vorbereitet werden soll: Ein 400 qm großes Oval-Becken soll zum Abkühlen und Planschen einladen. Dieses Becken hat nur eine Wassertiefe von 40 cm. Highlight soll hier ein Piratenschiff mit zahlreichen Wasserspiel-Elementen sein.

Zuschussbedarf mit 750.000 € niedriger als beim Gemeinschaftsbad mit Gernsheim

Die zugrunde liegenden Finanzzahlen erläuterte anschließend Holger Heisel. Insgesamt sind 9,2 Mio. Euro an Baukosten vorgesehen. Hier wurden seitens des Dachverbands und des Architekten nochmals zusätzliche Berechnungen durchgeführt, der Anstieg der Baukosten bis Baubeginn, Sicherheitsfaktoren und die zusätzlich eingebauten Wünsche berücksichtigt. "Wichtig ist, dass es letztlich hierauf nicht ankommt. Ausschlaggebend ist vor allem der jährliche Zuschussbedarf, denn darin sind auch die Kapitalkosten (Zinsen, Abschreibungen) enthalten", erläuterte Holger Heisel. Auf Nachfrage machte er auch deutlich, dass im Laufe der Zeit die Berechnung immer genauer geworden sei.

Insgesamt wäre ein städtischer Zuschuss von 750.000 € jährlich für den Betrieb des Bades notwendig. Die Berechnungsgrundlage hierfür waren sämtliche Kostenstellen des Bestandsbades und entsprechende Anpassungen, eine Energie-Bedarfs-Berechnung eines Ingenieur-Büros, eine Aufstellung notwendigen Personals und vieles mehr. Auch sei bei der Berechnung der Besucherzahlen auf die vorhandenen Zahlen des Bestandes zurückgegriffen worden. "Wir haben diese allerdings mit einem entsprechenden Abschlag versehen, da z.B. der Sauna-Betrieb eine gewisse Anlaufzeit benötigt und auch die Vereine ihre Kapazitäten und Angebote erst wieder nach und nach aufbauen müssen", so Holger Heisel.

Einladung an Gernsheim

Bernhard Jäger und Holger Heisel riefen auch Gernsheim gemeinsam dazu auf zu überdenken sich doch an einem solchen Modell zu beteiligen. "Gernsheim rückt durch die Westumgehung Pfungstadt an den Standort des Badesaunaparks noch näher heran. Man kann sich weiterhin auch noch Gedanken zur Einbindung der örtlichen Einzelhändler für den Kartenverkauf in Pfungstadt und Gernsheim machen und sicherlich über eine Verbesserung des Nahverkehrs nachdenken", so Bernhard Jäger. "Letztlich wäre ein solches Modell für beide Seiten günstiger, denn nach der jetzigen Berechnung der Gesellschaft für das Badewesen kämen bereits jetzt alleine auf Pfungstadt 925.000 € an Zuschuss-Bedarf zu", ergänzt Holger Heisel.

Joachim Meyn von der BI Pfungstadtbad stellte anschließend die Möglichkeiten einer Bürgergenossenschaft als Betreiber eines solchen Bades vor. Gleichzeitig lud er die Bürger ein sich in entsprechende Listen einzutragen. So könne man künftig weiter informieren und man erhalte einen Überblick über Interessenten von Genossenschaftsanteilen. "Auch dies ist eine Möglichkeit, die Kosten entsprechend zu senken, da dieses Kapital anstelle von Krediten eingesetzt werden kann", so Joachim Meyn. Nach der Präsentation erläuterte er auch nochmals Fragen der Bürger zum Genossenschaftsmodell.

Abschließend erläuterte Holger Heisel einen groben Fahrplan zum neuen Bad. Eine Umsetzung werde ca. 3 Jahre dauern, davon 1 Jahr Planungen, Genossenschaftsgründung und anderen Vorbereitungen und zwei Jahre Bauphase.

Schnelle Entscheidung wichtig

In einem Appell an die Stadtverordneten rief der Dachverband dazu auf die Entscheidung zum weiteren Vorgehen noch bis Jahresende zu treffen. "Jede längere Verzögerung macht den Bau teurer und erhöht damit den notwendigen Zuschussbedarf. Weiterhin kann keiner wissen, ob auch künftig die Zinsen noch so niedrig verbleiben werden, wie aktuell", erläuterte Holger Heisel die Auswirkungen. Bernhard Jäger erinnerte auch nochmal daran, dass es auch den Vereinen durch eine Verzögerung immer schwerer fallen werde, den Betrieb in ihren Schwimmsport-Abteilungen aufrechtzuerhalten.