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DLRG Pfungstadt beendet Saison am Eicher See

Wasserrettungsdienst 2018

Foto: DLRG Pfungstadt
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Eine fordernde Wasser-Rettungsdienst-Saison liegt hinter der DLRG Pfungstadt. Am Eicher See und am angrenzenden Rheinabschnitt kam es - wie in ganz Deutschland - auf Grund des heißen Sommers zu zahlreichen Einsätzen für die Lebensretter. Insbesondere das Schwimmen im Rhein bereitet der DLRG große Sorgen. Dort sind auch einige Todesfälle zu beklagen.

Am 5. Mai starteten die Rettungsschwimmer in die diesjährige Wasserrettungsdienst-Saison am Eicher See, die wohl eine der arbeitsreichsten bisher für die Pfungstädter DLRG war.

Zu Beginn des Sommers mühten sich die Wasserretter zunächst den Bereich auf einer aufgespülten Sandbank im See von Badegästen freizuhalten. "Der Aufenthalt dort ist lebensgefährlich. Der Boden und Sand ist nicht verfestigt und kann daher jederzeit abbrechen oder einstürzen," weiß Dirk Kopp, der als Leitung Einsatz im Technischen Ausschuss für die DLRG Pfungstadt tätig ist. Durch die Zusammenarbeit mit dem angrenzenden Kiesbetrieb, Hinweisschilder und entsprechende Aufklärungsarbeit, konnte die Situation im Laufe der Saison jedoch entspannt werden.

Dafür rückten Wasserrettungseinsätze in den Mittelpunkt. So wurde am 9. Juni eine untergegangene Person im Seebereich gemeldet. Weder die DLRG-Rettungsschwimmer noch die Feuerwehr mit einem Sonar-Gerät konnten jedoch etwas finden. Da auch niemand vermisst wurde, wurde die Suche, die auch von einem Rettungshubschrauber unterstützt wurde, schließlich abgebrochen. "Da auch im Nachgang niemand vermisst gemeldet oder angespült wurde, konnten wir hier glücklicherweise von einem klassischen Fehlalarm ausgehen", so Dirk Kopp zu diesem Einsatzfall.

An zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden kam es jeweils zu Ertrinkungsfällen im Rhein bei Rheindürkheim. Auch hier war die DLRG auf Grund der schnellen einsatzbereitschaft von ihrer Wachstation aus teilweise in die Sucheinsätze eigebunden. Allerdings kam in beiden Fällen jede Hilfe zu spät. "Der Rhein ist sehr tückisch für Schwimmer. Das Wasser sieht - insbesondere bei dem extremen Niedrigwasser welches wir in diesem Jahr hatten - immer sehr ruhig aus. Es ist aber einfach nur lebensgefährlich dort zu schwimmen - auch für geübte Schwimmer," erläutert Ortsgruppenleiter Bernd Spieß und sagt weiter: "Leider ist es bei so langen, heißen Sommern immer wieder ein Problem, dass die Menschen das völlig unterschätzen. Auch in diesem Jahr haben unsere Bootsbesatzungen hier immer wieder Rheinuferzonen angefahren, um die Schwimmer über die Gefahren aufzuklären."

Auch am letzten Tag der Wasserrettungsdienst-Saison waren die Lebensretter nochmal im Einsatz. Glücklicherweise handelte es sich nur um eine technische Hilfeleistung bei einem manövrierunfähigen Motorboot auf dem See, welches vom Motor-Rettungs-Boot "Karl Esbach" schließlich in Schlepp genommen wurde.

Anschließend ging es für die Lebensretter ans Aufklaren der Station. Erste Rettungsgeräte wurden bereits mitgenommen, das Boot aus dem Wasser genommen und gereinigt.

Zufrieden zeigte sich Thomas Siesenop, der als Technischer Leiter, auch die Statistik im Blick hat. "Mit 1444 Arbeitsstunden sind wir auf einem gleichbleibend hohen Niveau an Stunden, die durch unsere Wachleiter, Bootsführer und Rettungsschwimmer geleistet werden." Im Jahr 2017 leisteten die Lebensretter zwar 113 Stunden mehr, allerdings war diese Absenkung nur auf eine Verkürzung der Wachzeit zurückzuführen. "Im letzten Jahr haben wir immer ab 10 Uhr vor Ort den Dienst begonnen. Nach Absprache mit der Eicher-See-Gemeinschaft und nach den Erfahrungen der letzten Jahre mit dem Wassersportbetrieb auf dem See, haben wir den Start dieses Jahr auf 11 Uhr verschoben" erläutert Siesenop weiter.

Erfreulich für die Lebensretter ist die gestiegene Beteiligung der Jugendlichen am Wasserrettungsdienst. "Nach der Schließung des Schwimmbads in Pfungstadt, mussten wir hier einen deutlichen Rückgang feststellen, weil die verschiedenen Schwimmgruppen quasi auseinandergebrochen waren. Mit sehr viel Herzblut auf allen Ebenen versuchen wir das durch Zeltlager, Jugendarbeit und die bestmögliche Bahnen- und Kurseinteilung aufzufangen. Das zeigt wohl erste Wirkung", freut sich Ortsgruppenleiter Bernd Spieß und fährt fort: "Dennoch ist für uns ein Schwimmbad in Pfungstadt unerlässlich, denn wir brauchen dringend weiteren, gut ausgebildeten Nachwuchs, um weiterhin unsere Aufgaben zu meistern."