Loading...

Demo für ein Pfungstadtbad

Montag, 2. Dezember

Foto: DLRG Pfungstadt
Zur kompletten Media-Galerie

 

Der Dachverband Schwimmen in Pfungstadt sieht durch die Pläne der Pfungstädter Brauerei, einen neuen Brauerei-Standort auf dem Gelände des geschlossenen Schwimmbads zu bauen, die eigenen Pläne für ein Schwimmbad in Pfungstadt als massiv als gefährdet an.

„Das, was wir in jahrelanger ehrenamtlicher Tätigkeit erarbeitet haben, ist durch die Standort-Planung der Pfungstädter Brauerei nun nahezu wertlos“, stellt Holger Heisel als Sprecher des Dachverbands Schwimmen fest. Das vorhandene Konzept kann aus Sicht des Verbands nicht einfach an einen anderen Standort übertragen werden. „Die ganzen Detailplanungen, die wir über Jahre genau für diesen idealen Standort am Waldrand erarbeitet haben, sind nichts mehr wert. Dazu kommt, dass wir noch hohe Kosten für die Erschließung und Herrichtung eines Außengeländes hinzurechnen müssen“, so Bernhard Jäger und weiter „Es ist unverständlich und eine Schande, eine noch kaum genutzte Saunalandschaft, die für viele Millionen Euro gebaut wurde, einfach dem Erdboden gleich zu machen. Zu dieser Dreistigkeit werden wir mit einer Neuplanung auch noch um Jahre zurückgeworfen!“

Besonders ärgerlich für den Dachverband ist, dass die konkreten Planungen bereits weit fortgeschritten waren und inzwischen auch Lösungen für die juristische Konstellation mit Stadt, Landkreis und einer zu gründenden Gesellschaft für Bad-Betrieb und -Bau gefunden wurden. „Das, was wir kurz vor der Veröffentlichung in den Medien über die Brauerei-Pläne erfahren haben, war ein schwerer Schlag für uns“, so Andrea Ogorsolka, die die Bürgerinitiative Pfungstadtbad im Dachverband Schwimmen vertritt.

Bernhard Jäger geht indes davon aus, dass es durch die steigenden Kosten an einem neuen Standort kaum noch möglich sein wird ein Schwimmbad in Pfungstadt zu realisieren: „Im Endeffekt wird eine für die Bürger attraktive Lösung so teuer, dass sie nicht mehr zustimmungsfähig ist.“ Weiterhin könnte eine reine Schwimmsporthalle, die nur Vereinen und Schulen zur Verfügung steht, möglicherweise etwas günstiger sein - die würde aber den Bürgern nicht zur Verfügung stehen, was inakzeptabel wäre. „Am Ende gibt es wahrscheinlich für keine Variante eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung oder wir laufen wieder in eine jahrelang andauernde politische Diskussion“ so Jäger.

Für den Dachverband stellt sich auch die Frage, ob er aus diesen Gründen sein Engagement nicht aufgeben sollte. Dazu sagt Holger Heisel: „Die letzten 5 Jahre waren schon sehr anstrengend. Die nächsten Gespräche müssen zeigen, ob ein weiteres Engagement noch Sinn macht. Weitere 5 Jahre Diskussionen ohne abschließende Lösung, werden wir keinesfalls nochmal investieren.“

Um die Politik aber nochmals an die Dringlichkeit für ein neues Bad in Pfungstadt zu erinnern, lädt die DLRG und die Bürgerinitiative Pfungstadtbad zum Protest am Montag, den 2. Dezember um 18:30 Uhr vor der Sport- und Kulturhalle in Pfungstadt ein. Dort beginnt nämlich um 19 Uhr die Bürgerversammlung zum Hessentag. „Das Thema ist gerade deshalb so brisant, da bei der Bewerbung zu dieser Großveranstaltung ganz klar kommuniziert wurde: Kein Hessentag ohne Schwimmbad!“, so Jäger.  „Dazu kommt auch, dass die Magistratsentscheidung für das Standortkonzept der Brauerei ein fatales Signal für das bürgerschaftliche Engagement aussendet!“ so Holger Heisel und erinnert daran, dass die Stadt für die Durchführung des Hessentags auf 4000 freiwillige Helfer angewiesen ist.