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Was tut sich am Eicher See?

Wasserrettungsdienst in Corona-Zeiten

Foto: DLRG Pfungstadt
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Trotz des stark ausgedünnten Vereinsbetriebs in Corona-Zeiten, hat sich die DLRG Pfungstadt auf die Wasserrettungsdienstsaison am Eicher See vorbereitet. Aber mit viel Engagement haben die Aktiven auch den Betrieb am DLRG-Vereinsheim aufrechterhalten.

"Die Corona-Pandemie macht natürlich auch das Vereinsleben sehr schwierig, wenn nicht unmöglich. Als Wasserrettungsorganisation müssen wir aber auch vorbereitet sein", so Bernd Spieß als Ortsgruppenleiter der DLRG Pfungstadt und fügt an: "Das ist ein schwieriger Weg, aber wir gehen Stück für Stück vor und haben auch immer den Eigenschutz und die zahlreichen Verordnungen der Behörden im Blick."

Pflege von Vereinsheim und Boot im Mittelpunkt

So haben die Aktiven der DLRG Pfungstadt zu Beginn der Einschränkungen eine gemeinschaftliche "Einzelkämpfer-Aktion" am Vereinsheim gestartet. Fast jeden Tag war dazu ein ehrenamtlicher Helfer abends vor Ort. So konnten kleinere Arbeiten, die eigentlich für einen gemeinsamen Wochenend-Arbeitseinsatz im März geplant waren stückweise durchgeführt werden. Dazu gehörte neben einer Grundreinigung der Vereins-Räumlichkeiten auch eine größere Sanierung am Motor-Rettunngsboot. "Dazu hatten sich einzelne Helfer sogar Holz zum Anstrich mit nach Hause genommen," so Bernd Spieß, der sich freut, dass das Boot wieder in einem top Zustand ist - trotz aller Schwierigkeiten.

Bei bestem Wetter gab es schließlich im April auch den geplanten Arbeitseinsatz an der Wasserrettungsstation am Eicher See. "Auch hier haben wir natürlich die Abstands- und Hygieneregeln beachtet. So fand der Einsatz ohne die sonst üblich Übernachtung an der Station aber verteilt über mehrere Tage und in kleinen Helfer-Gruppen statt", so Marcus Siesenop als Technischer Leiter der Pfungstädter Lebensretter. So wurden mit 2 Personen an einem Tag Gartenarbeiten am See ausgeführt, ebenfalls mit 2 Personen wurde an einem weiteren Tag das notwendige Material am DLRG-Vereinsheim verladen und an einem Samstag ging es mit 4 Personen für verschiedene Arbeiten dann in 2 Fahrzeugen nochmal an den See. Dabei gab es Arbeiten an der Steganlage, an den Sanitären Einrichtungen im Wohnmobilheim und im Freibereich. "Durch die gute Aufteilung auf verschiedene Örtlichkeiten auf dem Gelände und die Planung im Vorfeld sowie dem persönlichen Einsatz der Helfer, war es auch hier kein Problem die Hygieneregeln und Abstandsvorgaben einzuhalten," freut sich Siesenop weiter.

Dirk Kopp geht als verantwortlicher Einsatzleiter für den Wasserrettungsdienst davon aus, dass nun alles soweit vorbereitet ist. Dennoch rät er, wie der gesamte DLRG-Verband zu großer Vorsicht. In einem gemeinsamen Aufruf der DLRG in den Social-Media-Kanälen heißt es: "Bleibt an Land - so schwer es auch fällt! Gefährdet nicht euch selbst oder im Ernstfall eure Retter." Dem kann sich Dirk Kopp nur anschließen, muss aber feststellen, dass es schon wieder Bade- und Wassersport-Unfälle in der Region zu verzeichnen gab. "Bitte seid umsichtig! Meidet das Baden in den Binnengewässern und sonstige Wassersportaktivitäten aktuell. Wir hatten in diesem Jahr sehr frühe erste Meldungen von entsprechenden Unfällen, das wollen wir vermeiden."

Video-Aufruf der DLRG: An Land bleiben!

Sonne, milde Temperaturen, schöne Aussichten für den Mai - da treibt es einen doch an die frische Luft, gerade jetzt. Aber: Aufgrund der Corona-Pandemie sind Schwimmbäder und Strände noch geschlossen. Ebenso sind unsere Wachstationen nur spärlich oder gar nicht besetzt. Deswegen bitten wir euch inständig: Bleibt an Land - so schwer es auch fällt! Gefährdet nicht euch selbst oder im Ernstfall eure Retter. Das gilt übrigens nicht nur für die Küsten, sondern insbesondere für Binnengewässer. In Flüssen, Seen oder Kanälen ereignen sich immer wieder die meisten Ertrinkungsunfälle. Vergangenes Jahr waren es rund 87 Prozent der Gesamtzahl, die an unbewachten Badestellen ihr Leben verloren.

Ab wann die DLRG Pfungstadt die Wasserrettungsstation am Eicher See besetzt steht noch nicht ganz fest. Geplant ist nun der 23. Mai. Dabei wird die DLRG vermutlich mit kleiner Besetzung und entsprechenden Schutzmaßnahmen starten. "Aber wir schauen natürlich auch ständig auf die politischen Entscheidungen, die Informationen unseres Verbandes und die Gesamt-Lage", so Kopp abschließend.

Bernd Spieß bedankt sich insbesondere bei den ehrenamtlichen Helfern für die geleistete Arbeit: "Natürlich hat alles etwas länger gedauert, aber wir haben es gut hinbekommen. Vielen Dank an alle Helfer!"