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Der Dachverband Schwimmen zeigt sich nicht sonderlich glücklich mit der Variante eine Umfrage zum Schwimmbad-Thema in Pfungstadt zu starten. Er sieht dabei insbesondere den Bundeszuschuss in höchster Gefahr. Auch die in der Pfungstädter Woche und im Darmstädter Echo dargestellten Argumente und Finanzierungs-Hinweise sind aus Sicht des Verbandes fragwürdig.
„Wenn durch die Umfrage und die folgende Auswertung und Vorstellung in den Gremien das gesamte Entscheidungsprozedere bis ins neue Jahr verschleppt wird, ist der Bundeszuschuss definitiv verloren“, so Holger Heisel Sprecher des Dachverbands Schwimmen und stellvertretender DLRG-Ortsgruppenleiter in Pfungstadt. Eine Umsetzung des Projekts muss nach den Regeln des Förderprogramms des Bundes bis 2024 stattfinden, um den Zuschuss zu erhalten. „Das Stadtparlament muss natürlich die Entscheidungen treffen. Wenn am Ende aber nahezu 3 Millionen Euro verspielt werden, müssen die Verzögerer dort auch die Folgen tragen“, so Heisel weiter. Schon aktuell habe man wieder 2 Wochen Zeit auf Grund von Terminverschiebungen in der Verwaltung verloren, um Aufträge aus dem interfraktionellen Arbeitskreis abzuarbeiten.
Der Dachverband kann nach Aussage von Heisel natürlich verstehen, dass die unterschiedlichen Auffassungen in den Fraktionen durch einen Kompromiss-Vorschlag gelenkt und zusammengeführt werden sollen. „Aber es ist ein ziemlich fragwürdiger Kompromiss, wenn die latente Gefahr besteht, dass man am Ende das Ergebnis der noch inhaltlich unklaren Umfrage in keinem Fall mehr umgesetzt werden kann, weil wichtige Finanzierungsmittel fehlen“, schätzt Heisel die Lage ein.
Auch Bernhard Jäger als weiterer Mitstreiter im Dachverband Schwimmen ärgert sich. Insbesondere die Darstellung zu den finanziellen Auswirkungen gehen nach seiner Ansicht in die falsche Richtung: „Es wurde hier z.B. schon wieder unterschlagen, dass aktuell zwischen 100.000 und 200.000 Euro jährlich in das Stillstands-Management des Bestandes fließen, ohne dass Pfungstadt und seine Bürger in irgendeiner Form etwas davon hätten.“ Diese Gelder schmälern durch den Wegfall die Zuschusshöhe im Pfungstädter Haushalt erheblich, weiß der Dachverband.
Auch die Darstellung, dass man hier gleich eine Grundsteuererhöhung in den Vordergrund stellt, findet Jäger eine Frechheit: „Damals, als 2014 das Bad geschlossen wurde, wurden sogar knapp 2 Millionen Euro jährlich eingespart und die Grundsteuer wurde nicht um einen Prozentpunkt gesenkt!“
Der Dachverband sieht auch wenig Sinn darin den Rückhalt für ein Bad in der Bevölkerung zu ermitteln. „An einem kalten Dezember-Tag 2019 sind Hunderte Pfungstädter am Rathaus für ein Schwimmbad auf die Straße gegangen, als die Entscheidung bezüglich eines Verkaufs des Schwimmbad-Geländes anstand und wir hatten in den letzten Jahren mehrere Bürgerversammlungen mit mehreren hundert Teilnehmern“, so Jäger und meint abschließend: „Die Frage stellt sich nicht!“
Das sieht auch Heisel so: „Durch meine DLRG-Tätigkeiten bin ich gut vernetzt und wir sehen, dass wir immer wieder angesprochen werden. Sogar Kinder in unseren Schwimmkursen fragen uns und erst kürzlich hat mir auch eine Lehrerin berichtet, dass die Schwimmbadfrage immer noch eine der Häufigsten bei den Bürgermeister-Besuchen ist. An Rückhalt in der Gesellschaft fehlt es also kaum.“
Warum also mit einer Umfrage eine Menge Zeit verlieren?, fragt sich der Dachverband Schwimmen. Die verschiedenen zusätzlichen Varianten, von denen berichtet wird, sind bis heute noch nicht ausreichend beurteilt worden. Der Dachverband und dessen Experten aus der Bäderbranche bezweifeln, ob die von der Stadt eingebrachten Varianten mit weniger Öffentlichkeitsangeboten, Einsparungen bringen. Fragwürdig sieht Jäger ergänzend, warum vom Gutachter bzw. städtischen Mitarbeitern Architektenberechnungen des Dachverbands auf der Ausgabenseite nach oben angepasst werden: „Sollen damit möglicherweise die anderen Varianten besser dastehen? Unsere Konzeptvariante wird in Europa häufig gebaut und es gibt verlässliche Quell-Referenzzahlen.“
Bernhard Jäger warnt auch die Corona-Krise zum Anlass zu nehmen, hier zu sparen: „Niemandem ist geholfen, wenn wir das jetzt nicht stemmen – Im Gegenteil. Die Investitionen werden dann anderswo getätigt und Pfungstadt verliert weiter an Bedeutung. Es ist schon ziemlich dubios, wenn unser Bad-Konzept genutzt wird, um beim Land Hessen für eine Einstufung als Mittelzentrum zu werben und gleichzeitig versucht wird das Thema weiter auf die lange Bank zu schieben. So etwas kann eine Gemeinde auch Unglaubwürdig machen, was auch unattraktiv für weiteren Zuzug und Investitionen der Wirtschaft bedeuten kann. Letztendlich könnten mehr Einnahmen entgehen, als ein Bad an Zuschuss kosten würde.“
Die Mitarbeiter des Verbands vermissen auch den Willen zur Umsetzung in Politik und Verwaltung. „Bei der alternativlosen Entscheidung das Schwimmbadgrundstück zu verkaufen, oder den Hessentag ausrichten zu wollen, war der Wille spürbar“, so Heisel resigniert.