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DLRG bittet um Unterstützung für ein Bad

Schwimmbad-Umfrage

Foto: DLRG Pfungstadt
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Die DLRG Pfungstadt ruft dazu auf, dass sich möglichst viele der 4000 Pfungstädter an der von der Stadt Pfungstadt initiierten Umfrage zum Schwimmbad beteiligen. Wichtig ist der DLRG dabei jede Stimme "Pro Schwimmbad" - unabhängig von der Variante. Die Präferenz liegt aber ganz klar beim Konzept der Dachverbands Schwimmen (Variante Freizeitbad).

"Es kommt jetzt auf jede Stimme an", so Bernd Spieß als Ortsgruppenleiter der DLRG in Pfungstadt. "Ein Bad in Pfungstadt ist für uns als DLRG lebenswichtig", so der Vorsitzende der Pfungstädter Rettungsschwimmer weiter. Zwar habe man über andere Aktivitäten, wie Wasserrettungsdienst, Erste-Hilfe- und Sanitätsausbildung mehr Mitglieder halten können, als reine Schwimmsportabteilungen, dennoch sei ein massiver Rückgang bei den Mitgliederzahlen auch bei der DLRG zu verkraften gewesen.

"Das bedeutet letztlich, dass wir trotz aller Bemühungen in den umliegenden Schwimmbädern in den letzten Jahren auch deutlich weniger Kindern das Schwimmen beibringen konnten", so Marcus Siesenop, der als Technischer Leiter auch den Bereich der Schwimmausbildung verantwortet. Er macht nochmals auf die Studie des Bundesverbands der DLRG aus dem Jahre 2017 aufmerksam: Diese besagte schon damals, dass fast 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer sind. "Die Situation dürfte sich im Laufe der letzten Jahre eher noch verschlechtert haben", vermutet Siesenop. Gleichzeitig ist die DLRG in großer Sorge, vor einer weiteren Verschlechterung der Lage durch die Corona-Pandemie. "Durch die reduzierten Kapazitäten der Schwimmbäder und den Lockdown im Frühjahr befürchten wir, dass ganze Jahrgänge gar keinen Schwimmunterricht mehr erhalten werden", verdeutlicht der TL die Sorgen.

Dabei machen die Lebensretter auch auf ein weiteres Problem aufmerksam: steigende Einsatz- und Ertrinkungszahlen. "In diesem Jahr hatten wir an unserer Wasserrettungsstation am Eicher See doppelt so viele Einsätze, wie im Vorjahr. Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen, wenn immer mehr Menschen nicht sicher schwimmen können", sagt der Beauftragte für Einsatzdienste bei den Pfungstädter Lebensrettern Dirk Kopp. "Und wir haben noch ein weiteres Problem: Mit den gesunkenen Kapazitäten in den Bädern und der sinkenden Schwimmfähigkeit werden wir künftig auch immer mehr Probleme bekommen überhaupt entsprechend geschulte Einsatzkräfte auszubilden, vorzuhalten und langfristig zu binden. Wir brauchen daher ein Schwimmbad vor Ort!", so Kopp weiter. Gleichzeitig erhalten die Lebensretter insgesamt auch immer öfter Anfragen, um Gewässer dauerhaft abzusichern oder Einsatzkräfte und -Mittel für Notlagen zu stellen. Neben dem Personal stellt sich hier auch die Finanzierungsfrage, denn der Kauf und die Wartung von Einsatzmitteln der DLRG werden meist ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge getragen. "Wo sollen mehr Personal und mehr Gelder am Ende herkommen, wenn die Entwicklung der DLRG-Ortsgruppe durch das fehlende Schwimmbad so massiv eingeschränkt ist?", fragt sich Kopp.

Insofern appelliert die DLRG eindringlich, dass sich möglichst viele Bürger bei der laufenden Umfrage für ein Bad in Pfungstadt aussprechen. "Wir präferieren dabei ganz klar das Freizeitbad-Konzept des Dachverbands Schwimmen. Denn es hilft uns nur bedingt, wenn Kinder zwar grundlegend Schwimmen lernen, aber zur Ausübung der Sportart am Ende auf unbewachte Binnengewässer oder gar den Rhein ausweichen", mahnt Ortsgruppenleiter Spieß. Die größte Befürchtung der DLRG Pfungstadt ist aber, dass - auf Grund der in der Umfrage stark in den Vordergrund gerückten Finanzierungsfragen - sich eine Mehrheit am Ende gegen ein Bad in Pfungstadt entscheidet. "Das wäre sehr traurig um die jahrelange ehrenamtliche Arbeit des Dachverbands Schwimmen, es wäre aber auch für unsere DLRG-Ortsgruppe ein kaum zu verkraftender Rückschritt, der möglicherweise in letzter Konsequenz irgendwann zum Ende der über 80jährigen Geschichte der DLRG in Pfungstadt führen könnte", so Spieß abschließend.