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Sorge um Schwimmfähigkeit

Wasserrettungsdienst an Pfingsten gestartet

Foto: DLRG Pfungstadt
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Pünktlich zum Pfingstwochenende konnte die DLRG Pfungstadt den Wasserrettungsdienst am Eicher See aufnehmen. "Nach der Aufhebung der Bundesnotbremse im Landkreis Alzey-Worms und Darmstadt-Dieburg waren die Voraussetzungen zu einem geregelten Dienst unter Hygiene-Auflagen endlich gegeben", erläutert Einsatzleiter Dirk Kopp. Marcus Siesenop als Technischer Leiter ergänzt: "Das war auch gerade zu Pfingsten sehr gut, da wir wissen, dass dann auch bei durchwachsenem Wetter immer sehr viele Segler unterwegs sind."

Die Wasserretter starten jetzt immer mit einem Covid19-Schnelltest in den Tag. Gleichzeitig gelten im Fahrzeug Maskenpflicht und der Dienst wird mit maximal 6 Personen besetzt. Die Lebensretter haben bereits im vergangenen Jahr viel Erfahrung mit den Corona-Maßnahmen gesammelt. "Neu war jetzt das Testen vor Abfahrt der Wachmannschaft, was auch sehr gut geklappt hat", so Kopp. Die Schnelltests für den Wasserrettungsdienst konnten durch eine großzügige Spende kostenneutral finanziert werden. Durch die Tests zusammen mit den weiteren Maßnahmen, der Tatsache, dass der Dienst meist draußen stattfindet und der Aussicht, dass immer mehr Wachgänger geimpft werden, sehen sich die Pfungstädter Rettungsschwimmer pandemietechnisch gut gerüstet.

"Sorge macht uns allerdings die nachlassende Schwimmfähigkeit in der Bevölkerung", so Marcus Siesenop, der auch den Schwimmkurs- und Ausbildungsbereich als TL im Blick hat. Gerade die Jüngeren waren zuletzt im Oktober letzten Jahres im Wasser, denn seither waren die Bäder geschlossen. "Das ist ein bundesweites großes Problem, denn neben der DLRG konnten auch andere Vereine, kommerzielle Schwimmschulen und die Schulen keinen Schwimmunterricht anbieten", so Siesenop weiter. Dabei war die Schwimmfähigkeit bei den Kindern bereits vor der Pandemie schlecht. Die DLRG macht dafür die Bäderschließungen der letzten Jahre verantwortlich und hatte daher schon 2019 eine bundesweite Petition gestartet. Jetzt kommen die Probleme durch die Pandemie noch dazu. "Wie und ob wir das aufholen können, wissen wir derzeit noch nicht. Wir hoffen nun insbesondere darauf, dass wir bald in die Lockerungsstufe 2 der hessischen Pandemieregeln fallen und so die Bäder unter Hygienebedingungen wieder öffnen können", so Siesenop. Für diesen Fall haben sich die Pfungstädter Lebensretter bereits Trainingszeiten im Mühltalbad und in Bessungen gesichert.

Die Rettungsschwimmer und Einsatzkräfte konnten auf Grund einer Ausnahmeregelung in der hessischen Corona-Verordnung vor der Saison bereits einige Wochen trainieren. "Das war wirklich wichtig, denn die Einsatzkräfte müssen ja auch ihre Leistungsabzeichen auf dem aktuellen Stand halten", so Einsatzleiter Kopp. Er freut sich auch, dass für die jugendlichen Rettungsschwimmer nun auch wieder das Freiwasser-Training am See geplant wird. "Das war ein Erfolgsmodell vom letzten Jahr und das wollen wir weiterführen", so Kopp weiter. Damit will die DLRG auch die Schwimmbadkapazitäten für die jüngeren freihalten.

Die geringe Schwimmfähigkeit macht auch den DLRG-Einsatzkräften sorgen: "Es steht zu befürchten, dass es für die Einsatzkräfte wie im letzten Jahr eine anstrengende Saison wird", sorgt sich Dirk Kopp. Dennoch sei man gut in die Saison gestartet: "Am See und auf dem Rhein waren nur kleinere Hilfeleistungen nötig", so Kopp. Die DLRG Pfungstadt hofft, dass es trotz steigender Temperaturen dabei bleibt.